Annette Zoch schreibt:
Er ist fast so knuffig wie Grand-Prix-Gewinner Alexander Rybak, aber nur fast: Der Jungliberale Claus-Peter Bensch hat den JuLi-Songcontest zur Europawahl gewonnen. Der 25-jährige Europakandidat des FDP-Kreisverbandes Tuttlingen spielt Trompete, Flügelhorn, Klavier, Bass, Gitarre und Schlagzeug und ist unter anderem in der Uni-Big-Band Konstanz aktiv.
Sein Song heißt “Mein Herz schlägt für Europa” - eine chillig-jazzige Nummer mit Big-Band- und Barpiano-Gesprenkel. Könnte so auch ohne Probleme in der Senator-Lounge von Lufthansa laufen, passt also in gewisser Weise zum Wählerklientel. Nur der Text ist arg sperrig geraten: Bensch erzählt von seiner Zeit als Klein-Claus im noch nicht so weit entwickelten Europa, als man noch “im Wohnmobil an den Gardasee” fahren und sich mit den “vielen Währungen” herumschlagen musste. Heute dagegen, “haben wir den Euro, wenn wir den nicht hätten, hätte uns die Krise noch härter erwischt”. Das einigermaßen unfallfrei und auch noch rhythmisch zu singen, ist natürlich schon wieder eine Leistung.
Schön ist auch der Refrain: “Mein Herz schlägt für Europa, für Freiheit und Demokratie, mein Herz schlägt für Europa, für Frieden und Diplomat-ihiii”. Trotzdem: So richtig einpeitschende Wahlkampf-Mucke ist das nicht.
Gewonnen hat der Herr Bensch jetzt übrigens neben einem Auftritt beim beim “Pop Music Support Award” in Wien und einen Gig mit JuLi-Spitzenkandidat Alex Alvaro. Das ist doch mal was. Besser als Burger-Halten mit Heidi.
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