Frank Müller schreibt:
Bernd Posselt ist ja schon seit einiger Zeit unser bester freier Mitarbeiter hier bei der Hopfen-Post – wir erinnern nur kurz an dies, das und jenes. War eigentlich also nur eine Frage der Zeit, bis er richtig berühmt werden würde. Jetzt hat er’s geschafft: Im ZDF wurde live und auf offener Bühne ein Posselt-Plakat entrollt.

Urban Priol, Georg Schramm – und Bernd Posselt beim ZDF. Wer von den dreien ist der größte Spaßmacher? Foto: ZDF
Wir haben’s selbst erst gar nicht gesehen, Kaliban, zu dessen Stammgästen Posselt ebenfalls zählt, hat freundlicherweise darauf aufmerksam gemacht. Hier ist der fast direkte Link in die ZDF-Satire-Show “Neues aus der Anstalt” – da es ein Pop-Up-Fenster ist, muss man nochmal auf “Zur ZDF-Mediathek” klicken und dann zu Minute 19 scrollen. Lohnt sich.
Und eins ist klar: Wenn mal jemand nach der Wahl fragt, wie es die CSU wieder über die bundesweite 5-Prozent-Hürde ins Europa-Parlament geschafft hat – der Posselt war’s, mit seiner abgefeimten Kampagne des Negative Campaigning in eigener Sache. Es gilt das alte Werber-Motto: Schlechte PR gibt es nicht. Denn jede PR ist gute PR.
Tags: CSU, Europawahl, Posselt


Der Posselt ist ein “Pfund´s Kerl” aus 3 Gründen:
a) Er hat seinen speziellen Ernährungsplan - Weißwürste mit Weißbier, Leberkäs mit Original Cola und (international) Big Mac mit Pommes - alles im Wechsel die ganze Woche lang.
b) Ein Iron-Man und Arbeitstier, nach eigenem Bekunden arbeitet er wöchentlich zwischen 80 und 100 Stunden. Leider übersieht er ab und an die Anfragen auf http://www.abgeordnetenwatch.de (liegt an der Überarbeitung).
c) Tritt für alle Auslandsdeutschen (Sudetendeutschen und Aussiedler) mit voller Überzeugung ein. Ein echter “deutscher Schäferhund” reicht als Herkunftsnachweis - deutsche Sprache und Kultur nicht erforderlich. Ein wahrhaft toleranter EU-Abgeordneter. Natürlich lehnt er als Ausgleich den Türkei-Beitritt und den Knoblauchgeruch in der deutschen Öffentlichkeit ab.
Also ein wahrer bayerische Pfundskerl, den die CSU nach Brüssel schicken will!
Schlechte PR gibts wohl, genau wie jede Kommunikation ihr Ziel verfehlen kann. Zu dem Thema habe ich auch die fünf schlechtesten Wahlplakate (zumindest in München) mal analysiert, und möchte sie bescheidenst zur Kenntnis bringen: http://top5wahl.blogspot.com/2009/06/die-5-schlechtesten-wahlplakate-zur.html
Posselts Auftreten errinnert aber tatsächlich unfreiwillig an die bundesdeutschen (!) Plakete der Bayernpartei…
Bei dem Beitrag stellt sich aber die Frage, ob es immer Satire ist, wenn man keine Ahnung hat. Kabarett und Satire ist sehr schön. Aber peinlich wird es schon, wenn die Lacher dadurch gewonnen werden sollen, indem man falsche Aussagen tätigt.
Die Landesvertretung hat mit dem Parlament nun einmal nichts zu tun. Es ist die Vertretung des Freistaats.
Die Kabarettisten wollen vermeintliche Fehler der Politik aufzeigen. Gerade dann muss auch die Qualität stimmen, ansonsten ist es nämlich Commedy.
Die bayerische SPD sollte den schönen Herren Zwangseinverleiben, vielleicht kommen sie dann bei der nächsten Landtagswahl auch über die 5 Prozent-Hürde.