Das politische Paradoxon

03. Juni 2009 von Annette Zoch

Annette Zoch schreibt:

Dass Politiker von einem Tag auf den anderen völlig konträre Positionen vertreten, ist nichts Besonderes. Dass manche Politiker aber in Parteien eintreten, deren Inhalte den eigenen Ansichten eigentlich diametral entgegengesetzt sind, das ist dann schon etwas ungewöhnlich.

Das habe ich mir jedenfalls gedacht, als ich bei einer Pfingst-Tour durch Franken die Plakate der Bayernpartei entdeckte. In Franken (!) heißt die Bayernpartei (!!)  “fränkische Bayernpartei” - und hat sich den sinnigen Slogan gegeben: “Weiß-blau denkend, mit rot-weißem Herz”.

plakat_franken

Die “fränkische Bayernpartei”? Klingt wie “die sozialdemokratische CSU”.

Halten wir fest: Die Bayernpartei will ein unabhängiges Bayern. Die Franken wiederum fühlen sich eigentlich als “Beutebayern” und sind den dominaten Altbajuwaren nicht gerade wohlgesonnen. Wie, bitteschön, kriegt man so einen Spagat hin? Warum nicht gleich ein ganz unabhängiges Franken, wo wir schon bei Fleckerlteppich-Seperatismus sind?

Der unterfränkische Bezirksvorsitzende Uwe Hartmann aus Kitzingen klärt mich auf: “Ich bin ein stolzer Franke. Gemessen an seiner Bevölkerung wäre Bayern der neuntgrößte Staat in der EU, Franken alleine würde in Europa als Kleinststaat untergehen. In einem unabhängigen Bayern aber können wir eine autonome Region werden, ähnlich wie Südtirol. Und ich sage immer, besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.”

Tja, pragmatisch waren die Franken schon immer.

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Eine Antwort zu “Das politische Paradoxon”

  1. A. Stefanutti-Bscheidl sagt:

    Deutschland wurde friedlich Wiedervereinigt.
    Es bestünde durchaus Hoffnung, Franken und Altbajuwaren auch in eine gemeinsame Zukunft zu führen. Da wir ja unverkennbar einen gemeinsamen Nenner haben. Beide sind mit einem beträchlichem Grad, an Sturheit gesegnet. Schon deshalb mögen wir Altbajuwaren, die Franken. Ob das auf Gegenseitigkeit beruht, wäre meine persönliche Hoffnung.

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