Bundeskanzlerin Angela Merkel hat jetzt der dpa ein Interview gegeben, in dem sie, neben dem üblichen Kuchenbacke-Homestory-Geschwurbel, recht interessante Einblicke offenbart:
Sie sagt: “Ich habe immer wieder festgestellt, dass ich besonders viele Briefe bekomme, wenn ich im Wahlkampf schreie. Die Menschen mögen das nicht.”
Und: “Lautstärke und die Beleidigung anderer Personen sollte nicht der Maßstab sein, an der sich die Ernsthaftigkeit des Wahlkampfes ausrichtet.”
Heißt das jetzt: Je weniger Reaktionen, desto erfolgreicher der Wahlkampf? Kann das Ausbleiben von Briefen, Postkarten, Mails, Tweets, was auch immer, nicht vielleicht auch Ausdruck einer bei den Deutschen inzwischen fest verankerten Wahl- und Politikmüdigkeit sein? Wäre es nicht vielleicht sogar spannend, sich mit den Wählern im Land zu streiten? Ja genau, über politische Inhalte, wie wär’s damit?
Denn: Politischer Streit muss nicht zwingend in “Lautstärke und Beleidigung anderer Personen” ausarten. Das ist doch kein Naturgesetz: Debatte = Keilerei.
Natürlich müssen wir Journalisten uns da auch an die eigene Nase fassen, denn ein schön-saftiger Schlagabtausch zwischen Person A und Person B lässt sich halt einfacher und knackiger runterschreiben als sich zum Beispiel durch Parteiprogramme zu wühlen.
Und man kann ja durchaus verstehen, dass Frau Merkel - wie so viele Wähler - keine Lust mehr hat auf das immer gleiche heisere Bierzelt-Geschrei. Aber daraus den Schluss zu ziehen, lieber ganz die Klappe zu halten und sich auf keinerlei inhaltliche Diskussion einzulassen, das ist irgendwie der falsche Weg.
Tags: Angela Merkel, Wahlkampf


Man bekommt bestimmt ganz liebe Briefe, wenn man der Apotheken-Rundschau ein Interview gibt und darin sagt, wie sehr man die Beratung in den Apotheken schätzt…