Von Frank zu Frank

07. Oktober 2009 von Frank Müller

Tja, Frank. Oder soll ich “Frank-Walter” sagen? Bitte entschuldige die vertrauliche Anrede. Aber jetzt sind ja ein paar Tage ins Land gegangen. Es wird Zeit, die unangenehme Wahrheit auszusprechen, woran es wirklich lag: Erst diese scheußliche Wahlniederlage. Und dann nochmal in die zweite Reihe verbannt werden durch Gabriel und Konsorten.

Ich, lieber Frank, habe das vorausgesehen. Meine Analyse ist die: Es ist Dein Name. Mein Name. Unser Name. Seit Jahren schon verfolge ich die Karriere unseres Vornamens mit Akribie. Nehmen wir einen beliebigen Hollywood-Thriller: Mit hoher Wahrscheinlichkeit trägt der Hauptdarsteller den Filmnamen John, sein bester Kumpel ist George. Schon wenige Minuten nach Filmstart weiß ich stets, wer “Frank” ist.

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Es ist beispielsweise der zweitklassige Pistolenheld, der als Leibwächter des Mafiabosses vier Sätze sagen darf und nach 60 Minuten Opfer einer Autoverfolgungsjagd wird. Oder er ist der Schwager der hübschen Braut, der ein bisschen unter Mordverdacht gerät, aber natürlich unberechtigterweise - für einen richtigen Mord ist er nicht wichtig genug. In Filmen gibt es George Clooney, Harrison Ford - und jemanden, der “Frank” ist und bei dessen Anblick man sich stets fragt: Das Gesicht da kenn ich doch, das ist doch der Dings, äh - und schon ist “Frank” wieder aus dem Bild.

Kurz: “Frank” ist derjenige, dessen Darsteller im Vorspann etwa an sechster Stelle kommt - dort also etwa, wo Du, lieber Frank-Walter, derzeit in der SPD-Hierarchie aufscheinst.

Was bleibt, ist durchhalten, so wie Du es ja auf Deinem Blog eindrucksvoll beschreibst:

“Für Wundenlecken und Jammern ist keine Zeit. Die SPD wird gebraucht! Deshalb: Jetzt den Blick nach vorne richten.”

Und genau darin liegt für uns Franks vielleicht der Trost. Wir sind nicht so ganz vorne. Aber die Welt braucht uns, wenigstens ein bisschen. Und jetzt den Blick nach vorne!

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