Mit ‘Grüne’ getaggte Artikel

Ungedruckte Sätze einer ungehaltenen Frau

Freitag, 25. September 2009 von Anja Timmermann

Die generell lernfähige Politik-Redaktion hat eine Erfahrung gemacht, die wir Euch nicht vorenthalten wollen: Tote Fische eignen sich nicht gut als Eisbrecher. Wer hätte das gedacht - deswegen hier die kurze Geschichte, warum der Einstieg zu unserem Interview mit Renate Künast nie erschienen ist.

Zum Redaktionsbesuch der grünen Spitzenkandidatin hatten wir uns eine Liste von Fragen ausgedacht - als so genannte Eisbrecher-Frage zum Einstieg hielten wir die Frage nach ihrem Lieblings-Saibling-Rezept für eine hübsche Idee.  Durchaus der Meinung, dass es reichlich albern von Barbara Rütting ist, bei den Grünen auszutreten, weil Renate Künast einen frisch geangelten Saibling getötet hat (was dachte Frau Rütting, warum die Fische auf dem Teller in der Regel ruhiger sind als die im See?).

Frau Künast fand es gelinde gesagt nicht ganz so lustig. Hier die Mitschrift der ersten Minuten des Tonband-Mitschnitts: “Frau Künast, was ist Ihr Lieblings-Saiblings-Rezept?”  Acht Sekunde Pause, acht kleine Ewigkeiten. “Einfach mit Kräuter-Salz”. Neun Sekunden Totenstille. Dann nervöses Gelächter bei den Redakteuren (drei Sekunden). Und dann wieder vier Sekunden Stille, vor allem von Renate Künast. Endlich fasst sich einer ein Herz und stellt gaaaanz schnell die nächste Frage. Zum Autorisieren haben wir’s noch geschickt, gedruckt haben wir es dann lieber nicht. Merke: Nicht alle Dinge sind gleichermaßen als Eisbrecher geeignet (siehe auch: Titanic, die).

Wahlkampf-Lyrik (VI)

Montag, 21. September 2009 von Frank Müller

Es ist die Zeichentrick-Szene, über die wir alle schon tausend Mal gelacht haben: Draußen im Wohnzimmer sitzt jemand im Sessel und möchte erkennbar nichts als seine Ruhe. Und drinnen in der Küche flitzt jemand hin und her und behellingt den Ruhebedürftigen mit der ständigen Frage, was er jetzt als nächstes machen will. Von Loriot stammt dieser Klassiker, die Grünen haben ihn als Wahlkampfspot entliehen. Merkel sitzt im Wohnzimmersessel, Westerwelle rotiert in der Küche. Und das klingt dann so: Westerwelle: „Ich meine nur, es könnte Deutschland ja nicht schaden, wenn Du mal was Bestimmtes vorhaben würdest.” Merkel: „Aber ich möchte jetzt gar nichts vorhaben. Ich möchte einfach nur hier sitzen.” Szenen einer (schwarz-gelben) Ehe.

Busen und Po…

Dienstag, 11. August 2009 von Annette Zoch

Vermutlich hat Vera Lengsfeld gestern Abend gleich noch einen Extra-Schwung tief ausgeschnittener Tops gekauft, für jeden Wahlkampftag eines,  jedenfalls tauchte  das Berliner Plakatluder heute auf beinahe jedem Pressefoto mit dem berühmt gewordenen Oslo-Buseneinblick auf. (weiterlesen…)

Warum die Atomkraft nie zum Wahlkampfthema wird

Mittwoch, 15. Juli 2009 von Frank Müller

Frank Müller schreibt:

Neulich hatten wir Jürgen Trittin zu Gast in der Redaktion und sprachen ihn darauf an, ob die Grünen eigentlich ausreichend auf einen Finanzkrisenwahlkampf eingestellt seien. Denn die Gefahr aus Grünen-Sicht bestehe doch, dass vom jetzt kursierenden Atomthema in ein paar Wochen nichts mehr übrig sei. Da entfuhr dem Grünen-Spitzenkandidaten unwillkürlich ein leises “stimmt”. Und für den Rest des Gesprächs war von der Kernkraft nicht mehr viel die Rede. (weiterlesen…)

Die Qual der Wahl

Samstag, 06. Juni 2009 von Markus Jox

Markus Jox schreibt:

Gerade eben hat mir eine Münchner Freundin im Facebook-Chat die Gretchen-Frage für einen Politikredakteur gestellt: “Was würdest du mir raten zu wählen morgen? Du hast drei Sekunden Zeit.” “Puh”, hab ich da geantwortet und sie, um kostbare Zeit zum Überlegen zu gewinnen, erst mal ganz politisch korrekt darauf hingewiesen, dass es am Allerwichtigsten sei, überhaupt wählen zu gehen. Das hat mir schon mein Sozialkundelehrer in der Mittelstufe erfolgreich eingetrichtert. Die Freundin wiederum, eine kluge, witzige Frau, brachte ihr Dilemma in Twitter-Tweet-Länge knackig auf den Punkt: “Mein Herz schlägt grün, aber mein Gehaltszettel sagt FDP.”

Was aber soll ich ihr guten Gewissens raten? (weiterlesen…)

Oh oh oh Apollon!

Sonntag, 17. Mai 2009 von Markus Jox

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Markus Jox schreibt:

Alle Welt diskutiert ja nun gerne darüber, ob und wieweit ein Politiker volksnah und zum Anfassen sei. Als adliger Jeansträger und treu sorgender Familien-Rocker inszenierte sich eben wieder Bundeswirtschaftsminister KT zu Guttenberg beim AC/DC-Konzert in München. Schon vor Wochen streute er in Interviews das Geplauder ein, seine Gelfrisur halte gewiss nur bis zum ersten Headbanging bei AC/DC. Prompt erschienen am Samstag in den Zeitungen Bilder von KT nebst Gattin und Tourveranstalter. (weiterlesen…)

Glückwunsch & Beileid (3)

Mittwoch, 13. Mai 2009 von Frank Müller

20090511105116_VBER103.jpgGlückwunsch, Silvana Koch-Mehrin! Was gibt’s Schöneres für eine FDP-Europa-Spitzenkandidatin als kräftige Wahlhilfe vom Gegner? Bayerns JU-Chef Müller bezeichnet jetzt die FDP als „für Katholiken nicht wählbar“. So treibt man der FDP die Wähler zu. Wer solche Gegner hat, braucht keine Freunde mehr.


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Beileid, Bärbel Höhn! Ach, Grüne: Erst am Wochenende haben sie bei ihrem Berliner Parteitag die Linke als populistisch beschimpft. Jetzt spekuliert die Vizechefin der Fraktion schon munter auf Rot-Rot-Grün – und das schon 2010 in Nordrhein-Westfalen.

“Jugend - und Strukturierte”

Sonntag, 10. Mai 2009 von Markus Jox

Markus Jox schreibt:

gruen2

So ganz scheint den grünen Delegierten der Humor noch nicht abhanden gekommen zu sein: Hinweiszettel zur Delegierten-Party nach dem Antragsmarathon auf dem Parteitag in Berlin

FDP ist voll ok!

Samstag, 09. Mai 2009 von Markus Jox

extradrei

extradrei2

Markus Jox schreibt:

Oh Gott! Nicht wenige Grüne erschrecken heute auf ihrem Parteitag im Berliner Velodrom und werden kreidebleich, wenn sie auf dem Weg zum Biocatering (oder zum Rauchen) unvermittelt einen - horribile dictu - FDP-Stand erblicken - und von einem lebensgroßen Papp-Westerwelle angegrinst werden. “FDP ist voll o.k.!” schreit ein Slogan von einem Plakat, auf dem die grüne doch tatsächlich die verhasste gelbe Hand ergreift. “Macht mit. gelb-grüne Initiative für Machtperspektiven”, lockt der Stand, der selbstredend nicht von den weitgehend ironieresistenten Parteien selbst, sondern von einem Team der NDR-Sendung extradrei aufgebaut wurde. Moderator Tobi Schlegl interviewt dort die grüne Basis und lässt die gestrengen Ökos anhand hohler Wahlkampffloskeln raten, welcher Satz denn wohl von Grünen-Chef Cem Özdemir und welcher von Westerwelle stammt. Dummerweise hört sich beider Rhetorik mitunter sehr, sehr ähnlich an… (weiterlesen…)