Mit ‘Guttenberg’ getaggte Artikel

Christsoziale Treueschwüre

Mittwoch, 14. Oktober 2009 von Markus Jox

In der CSU wird in diesen Tagen derart viel darüber geredet, dass es in der Partei auf gar keinen Fall eine Personaldiskussion gebe und schon gar nicht über Horst Seehofer, dass höchstwahrscheinlich das glatte Gegenteil zutreffen dürfte. Hier eine Auswahl der schönsten christsozialen Treueschwüre nach dem mauen Ergebnis bei der Bundestagswahl:

Manfred Weber, CSU-Bezirkschef Niederbayern: “Die CSU braucht keine Personaldiskussion. Wir haben eine Führung, hinter der wir alle stehen. Das ist Horst Seehofer.”

Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundeswirtschaftsminister (CSU): “Es rumort weniger, als geschrieben wird.”

Joachim Herrmann, Bayerns Innenminister (CSU): „Ich arbeite sehr gut und effektiv mit Horst Seehofer zusammen. Und wenn mir etwas nicht passt, dann sage ich ihm das unter vier Augen.“

Stefan Müller, MdB und Bayerns JU-Chef: “Es wäre völlig falsch, jetzt eine Personaldiskussion zu führen und die Verantwortung bei einzelnen Personen zu suchen.”

Theo Waigel, CSU-Ehrenvorsitzender: “Zu Horst Seehofer gibt es überhaupt keine Alternative. Er ist unbestritten der Parteivorsitzende und Ministerpräsident. Ich halte jede Personaldiskussion für falsch.”

Erwin Huber, Ex-CSU-Chef: “Es gibt keine Personaldiskussion.”

Und was meint Horst Seehofer selbst zu den Treueschwüren seiner Parteifreunde:

„Ach, da sagt der Alois Glück was, da sagt der Theo Waigel was, da sagt der Erwin Huber was, da sagt der Max Straubinger was, und wenn das fertig ist, fängt der Alois Glück wieder an. Meinen Sie, ich setze mich dem aus, um dann hinzuschmeißen? Vielleicht bin ich noch länger im Amt als mancher von denen.“

Hach, geht es in dieser Partei ehrlich und loyal, christlich und sozial zu!

Das wärmt einem nachgerade das Herz in diesen vorwinterlichen Tagen.

Rainer Maria zu Guttenberg

Mittwoch, 23. September 2009 von Annette Zoch

CSU-Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist der Rainer Maria Rilke unter den Polit-Lyrikern. Wir haben seine schillerndsten Metaphern einmal zu einer exemplarischen Rede zusammengestellt:

“Meine Damen und Herren, liebe Freunde. Ich freue mich, nach dem märkischen Treibsand in Berlin endlich wieder festen bayerischen Boden unter den Füßen zu haben. Ich könnte hier nun ein 50-seitiges Manuskript meines Ministeriums verlesen. Aber nein, ich spreche hier ohne Manuskript, ich will mein Herz sprechen lassen.

Wo ist denn meine Maß Bier? Wir befinden uns doch hier nicht in einer Quelleneinhausung für Mineralwasser! Ah, das tut gut.
Liebe Freunde, wir brauchen in diesen Zeiten ein gerüttelt Maß an Zuversicht, um nicht mit dem Ofenrohr ins Gebirg zu schauen. Mehr noch, das ist unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Einige haben sich am Marktsystem versündigt. Die Milliarde ist volksnah geworden! Mit dieser sozialen Marktwirtschaft ist unser Land nach dem Zweiten Weltkrieg aus Schutt und Asche auferstanden. Wir haben ein gerüttelt Maß an Hausaufgaben vor uns. Die Leitplanken der sozialen Martwirtschaft dürfen nicht in Panik abgerissen werden, sondern müssen in Teilen eingeengt oder auch erweitert werden. Diese Klippe müssen wir umschiffen.

Ich bin bass erstaunt, dass sich Kassandra derzeit ihrer Liebhaber kaum erwehren kann. Aber ich sage Ihnen:  Wer abends mit Kassandra ins Bett geht, der muss sich nicht wundern, wenn ihm am nächsten Tag Mundgeruch entgegenschlägt. Wenn man weiß, dass einem das Wasser bis zum Halse steht, ist es außerordentlich unklug, den Kopf hängen zu lassen. Wir dürfen erhobenen Hauptes, mit gesundem Selbstbewusstsein, aber ohne Hochmut durch die Krise gehen.

Herrgottnochmal, es muss in der Politik doch möglich sein, eine eigene Meinung zu haben! Ich werde mir das Maul nicht verbieten lassen.  Ich werde mir mein gerüttelt Maß an Bodenhaftung bewahren.  Da bricht uns doch kein Zacken aus der wohlpolierten Krone. Verdammt noch mal! Zum Abreagieren spiele ich dann gerne einen Boogie-Woogie, zum Auftanken Mozart und manchmal auch Bruce Springsteen. Aber das darf nur die ultissima ratio sein.”

Gutti Besserung!

Dienstag, 22. September 2009 von Annette Zoch

guttenbergAm Montag hat sich Bundeswirtschaftsminister KT zu Guttenberg bei der Vorstellung des CSU-Sofortprogramms wegen Krankheit entschuldigen lassen. Eine böse Grippe, hieß es. Kein Wunder, so verschwitzt wie der CSU-Shootingstar nach seinen Bierzeltauftritten immer ist, da musste die Erkältung ja irgendwann kommen. Am Abend war Guttenberg aber wieder fit und machte Wahlkampf in Oberfranken. Am Dienstag bei der Opel-Sitzung des Bundestags-Wirtschaftsausschusses fehlte von Gutti dann wiederum jede Spur. Merke: Eine Erkältung sollte man anständig auskurieren, sonst gibt’s einen Rückfall!

Wahlkampf-Accessoires II

Dienstag, 08. September 2009 von Annette Zoch

Heute: Die Bratwurst.

wurst5Drei im Weckla, Thüringer, Bauernseufzer: Vor allem in Wahlkampfzeiten greifen Politiker gerne zur Bratwurst. “Jetzt geht’s um die Wurst”, signalisieren sie damit. Die deutsche Wurst steht für Bodenständigkeit und Beschränkung auf das Wesentliche (Brät, Gewürz, Darm, fertig). Die deutsche Wurst  ist nahrhaft und wappnet für künftige Schlachten in der Politik. Die deutsche Wurst ist wie der deutsche Politiker: Regional höchst verschieden, manche sind ein bisschen fett, manche sind grob, manche sind fein, manche verursachen Blähungen und manche geben gerne Senf dazu.

Koalition der Klugen

Freitag, 04. September 2009 von Anja Timmermann

Nehmen wir mal an, es käme eine nette Fee und ich dürfte mir eine neue Regierung wünschen. Ganz wie ich wollte, ohne Rücksicht auf Parteien (oder sonstige Quoten für ostoberbayerische, gewerkschaftsnahe und daheimerziehende evangelische Frauen). Also, dann nähme ich ein schwarz-grün-rotes Triumvirat aus Karl-Theodor zu Guttenberg, Renate Künast und Peer Steinbrück (das war jetzt ganz brav alphabethisch): meine Koalition der Klugen.

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Wahlkampf-Accessoires I

Freitag, 04. September 2009 von Annette Zoch

Es gibt bestimmte Gegenstände, ohne die kann ein anständiger Politiker keinen Wahlkampf machen. Wir stellen die wichtigsten Accessoires für den Wahlkämpfer von Welt in loser Folge vor.

Heute: Der Helm.

Besonders für den sozialdemokratischen Politiker unerlässlich. Symbolisiert der Helm doch Bodenständigkeit, Solidarität mit der hart arbeitenden Bevölkerung, Tatkraft.

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Aber auch konservative Politiker bedienen sich gerne dieser Kopfbedeckung, denn der gemeine Arbeitshelm erhöht ungemein die “Bergwerks”-Credibility.

Und noch zwei weitere Vorteile hat der Helm für Politiker: Erstens vermittelt er das Bild des Politikers als fleißiger Arbeiter auf der “Baustelle Bundesrepublik”. Und im Ernstfall schützt er, wenn’s mal was auf den Kopf gibt.

Unrechtsbewusstsein?

Mittwoch, 26. August 2009 von Annette Zoch

Ulla Schmidt fährt an die Costa Brava, um mit ein paar Rentnern zu plaudern, nimmt dafür ihren Dienstwagen mit und findet, das stehe ihr zu.

Bundesglamourwirtschaftsminister und Sexiest German Politician Karl-Theodor zu Guttenberg lässt sich von Finanz-Lobbyisten ein Gesetz schreiben und findet nichts dabei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schmeißt eine Geburtststagssause für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, nennt das anschließend übliche Praxis und lässt ihren Regierungssprecher ausrichten, es habe kalten Spargel mit Schnitzel gegeben (Also, warm machen hätten sie den Spargel schon noch können, liebe Kanzlerin. Um die paar Kröten fürs Essen geht’s nämlich gar nicht, aber das erklären wir Ihnen ein andermal).

Was bleibt ist die Frage: Hat Deutschlands Elite eigentlich kein Unrechtsbewusstsein?
Was Soziologe Michael Hartmann dazu sagt: Hier.

Und für alle, die es noch nicht haben: Hier nochmal das Bewerbungsformular für eine Kanzleramts-Party zum Ausdrucken!

War noch was? Die Woche im Rückblick

Sonntag, 26. Juli 2009 von Frank Müller

Und nochmal KT zu Guttenberg. Klar, dass er auch in unserem aktuellen Wochenrückblick ganz vorne mitspielen muss. 84 lustige Sekunden hier als Audio-Slideshow. Viel Spaß!

Der unaufhaltsame Aufstieg des KT zu G.

Freitag, 24. Juli 2009 von Markus Jox

Markus Jox schreibt:

Jetzt ist es also soweit: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg stürzt seine Chefin Angela Merkel laut ZDF-Politbarometer vom Thron des beliebtesten Politikers in Deutschland - der Kanzlerbonus ist dahin. Die Reaktionen darauf fallen im Web 2.0 ebenso gespalten aus wie bei uns der Redaktion: “Warum fallen nur alle auf diesen schmierigen Adels-Schnösel rein”, fragen die einen. Andere wiederum schwärmen glutäugig von einem Politiker, der nicht nur “cool, jung und absolut authentisch” sei, sondern “auch mal ein rosa Hemd anziehen und trotzdem männlich wirken kann”. Und die ersten CSU-Politiker fangen an, ihre Fieberträume über einen Bundeskanzler zu Guttenberg öffentlich zu machen. (weiterlesen…)

Bitte, stoppt das Gutti-Bashing!

Dienstag, 16. Juni 2009 von Anja Timmermann

Anja Timmermann schreibt:

Hallo liebe SPD,

bitte, bitte hört auf mit albernen Gutti-Bashing - wenn ich noch einmal einen Genossen gegen den “Baron aus Bayern” keifen hören, muss ich schreien! Dass sich vor allem der freundliche Herr Steinmeier in der Rolle als Humm-Tata-Draufhauer eh etwas schwertut, ist offensichtlich - aber mit dem klugen jungen Mann aus der CSU (wann gibt es das schon mal?) haben die Parteistrategen auch noch das allerundankbarste Ziel ausgesucht.

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Oh oh oh Apollon!

Sonntag, 17. Mai 2009 von Markus Jox

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Markus Jox schreibt:

Alle Welt diskutiert ja nun gerne darüber, ob und wieweit ein Politiker volksnah und zum Anfassen sei. Als adliger Jeansträger und treu sorgender Familien-Rocker inszenierte sich eben wieder Bundeswirtschaftsminister KT zu Guttenberg beim AC/DC-Konzert in München. Schon vor Wochen streute er in Interviews das Geplauder ein, seine Gelfrisur halte gewiss nur bis zum ersten Headbanging bei AC/DC. Prompt erschienen am Samstag in den Zeitungen Bilder von KT nebst Gattin und Tourveranstalter. (weiterlesen…)