Die generell lernfähige Politik-Redaktion hat eine Erfahrung gemacht, die wir Euch nicht vorenthalten wollen: Tote Fische eignen sich nicht gut als Eisbrecher. Wer hätte das gedacht - deswegen hier die kurze Geschichte, warum der Einstieg zu unserem Interview mit Renate Künast nie erschienen ist.
Zum Redaktionsbesuch der grünen Spitzenkandidatin hatten wir uns eine Liste von Fragen ausgedacht - als so genannte Eisbrecher-Frage zum Einstieg hielten wir die Frage nach ihrem Lieblings-Saibling-Rezept für eine hübsche Idee. Durchaus der Meinung, dass es reichlich albern von Barbara Rütting ist, bei den Grünen auszutreten, weil Renate Künast einen frisch geangelten Saibling getötet hat (was dachte Frau Rütting, warum die Fische auf dem Teller in der Regel ruhiger sind als die im See?).
Frau Künast fand es gelinde gesagt nicht ganz so lustig. Hier die Mitschrift der ersten Minuten des Tonband-Mitschnitts: “Frau Künast, was ist Ihr Lieblings-Saiblings-Rezept?” Acht Sekunde Pause, acht kleine Ewigkeiten. “Einfach mit Kräuter-Salz”. Neun Sekunden Totenstille. Dann nervöses Gelächter bei den Redakteuren (drei Sekunden). Und dann wieder vier Sekunden Stille, vor allem von Renate Künast. Endlich fasst sich einer ein Herz und stellt gaaaanz schnell die nächste Frage. Zum Autorisieren haben wir’s noch geschickt, gedruckt haben wir es dann lieber nicht. Merke: Nicht alle Dinge sind gleichermaßen als Eisbrecher geeignet (siehe auch: Titanic, die).

