Mit ‘SPD’ getaggte Artikel

Steinbrück macht jetzt Spaß in München

Donnerstag, 12. November 2009 von Frank Müller

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Finanzminister müssen harte Hunde sein, sonst nimmt sie keiner ernst. So macht auch Wolfgang Schäuble derzeit relativ nahtlos dort weiter, wo Peer Steinbrück aufgehört hatte. Was man aber dennoch vermisst am Kabinettstisch, ist der böse Witz, das terrierhafte Zubeißen, das den Finanzminister der großen Koalition ausgezeichnet hatte. Am Freitag setzte sich Steinbrücks Rückzug auf Raten fort. Zum Auftakt des dreitägigen Dresdner Krisenparteitag der SPD gab der 62-jährige Hamburger das Amt des Parteivizes auf und ist damit nur noch einfacher Bundestagsabgeordneter.
Das schmälert einerseits den Unterhaltungswert der Politik, andererseits erspart es Deutschland künftig womöglich diplomatische Krisen wie die mit der Schweiz im Frühjahr. Im Streit um Steueroasen hatte Steinbrück dem Land mit der Kavallerie gedroht und an das Schicksal der Indianer erinnert.
Und während die SPD-Delegierten am Sonntag Erhard Eppler und Sigmar Gabriel lauschen, genießt Steinbrück seine neue Freiheit ebenso demonstrativ wie schrullig: Er hält in München die Laudatio auf Waldemar Hartmann, der von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla den Sigi-Sommer-Taler bekommt. Steinbrück hätte ihn auch verdient. Die SPD werde es ihm sicher verzeihen, wenn er die Ereignisse des Sonntags auf dem Parteitag nur aus der Ferne wahrnehme, meint er im Interview hintersinnig.

Von Frank zu Frank

Mittwoch, 07. Oktober 2009 von Frank Müller

Tja, Frank. Oder soll ich “Frank-Walter” sagen? Bitte entschuldige die vertrauliche Anrede. Aber jetzt sind ja ein paar Tage ins Land gegangen. Es wird Zeit, die unangenehme Wahrheit auszusprechen, woran es wirklich lag: Erst diese scheußliche Wahlniederlage. Und dann nochmal in die zweite Reihe verbannt werden durch Gabriel und Konsorten.

Ich, lieber Frank, habe das vorausgesehen. Meine Analyse ist die: Es ist Dein Name. Mein Name. Unser Name. Seit Jahren schon verfolge ich die Karriere unseres Vornamens mit Akribie. Nehmen wir einen beliebigen Hollywood-Thriller: Mit hoher Wahrscheinlichkeit trägt der Hauptdarsteller den Filmnamen John, sein bester Kumpel ist George. Schon wenige Minuten nach Filmstart weiß ich stets, wer “Frank” ist.

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Es ist beispielsweise der zweitklassige Pistolenheld, der als Leibwächter des Mafiabosses vier Sätze sagen darf und nach 60 Minuten Opfer einer Autoverfolgungsjagd wird. Oder er ist der Schwager der hübschen Braut, der ein bisschen unter Mordverdacht gerät, aber natürlich unberechtigterweise - für einen richtigen Mord ist er nicht wichtig genug. In Filmen gibt es George Clooney, Harrison Ford - und jemanden, der “Frank” ist und bei dessen Anblick man sich stets fragt: Das Gesicht da kenn ich doch, das ist doch der Dings, äh - und schon ist “Frank” wieder aus dem Bild.

Kurz: “Frank” ist derjenige, dessen Darsteller im Vorspann etwa an sechster Stelle kommt - dort also etwa, wo Du, lieber Frank-Walter, derzeit in der SPD-Hierarchie aufscheinst.

Was bleibt, ist durchhalten, so wie Du es ja auf Deinem Blog eindrucksvoll beschreibst:

“Für Wundenlecken und Jammern ist keine Zeit. Die SPD wird gebraucht! Deshalb: Jetzt den Blick nach vorne richten.”

Und genau darin liegt für uns Franks vielleicht der Trost. Wir sind nicht so ganz vorne. Aber die Welt braucht uns, wenigstens ein bisschen. Und jetzt den Blick nach vorne!

O weh, SPD!

Mittwoch, 30. September 2009 von Markus Jox

So langsam bekomme ich Mitleid mit der SPD. Will nicht mehr dauernd von “Machtkampf”, “Hauen und Stechen”, “Grabenkämpfen” bei den Genossen schreiben müssen. Irgendwann hat man das selbst als politischer Journalist satt. Die anderen Parteien, ja, die könnten ruhig mal ein bisschen Abwechslung an der Spitze gebrauchen. Bei der CDU sitzt Mutti Merkel gluckenfest im Sattel, die FDP hat sowieso nur Guido - und bei den Grünen halten die  Trittinrothkünastkuhn-Apparatschiks selbstverständlich an der Macht fest, obwohl sie ihr Wahlziel ”drittstärkste Kraft” krass verfehlt haben.  (weiterlesen…)

Phantom-Mitglieder bei Bayern-SPD?

Dienstag, 29. September 2009 von Annette Zoch

Es ist nicht leicht, in diesen Tagen Generalsekretärin der bayerischen SPD zu sein. Aber Natascha Kohnen gibt unverdrossen und tapfer Interviews. Sie forderte jetzt den Generationenwechsel, machbar sei der mit der “neue Generation” in der BayernSPD: “Florian Pronold, Thomas Bayer und Anette Kahl”. So die Meldung der Nachrichtenagentur ddp. (weiterlesen…)

Busen und Po…

Dienstag, 11. August 2009 von Annette Zoch

Vermutlich hat Vera Lengsfeld gestern Abend gleich noch einen Extra-Schwung tief ausgeschnittener Tops gekauft, für jeden Wahlkampftag eines,  jedenfalls tauchte  das Berliner Plakatluder heute auf beinahe jedem Pressefoto mit dem berühmt gewordenen Oslo-Buseneinblick auf. (weiterlesen…)

Der liebe Kandidat

Dienstag, 04. August 2009 von Markus Jox

Markus Jox schreibt:

Es war ein sehr freundlicher, aber irgendwie auch vergifteter Film, den das ZDF heute Abend über Frank-Walter Steinmeier ausgestrahlt hat. Claus Richter und Ulf-Jensen Röller haben den Kanzlerkandidaten der SPD in ihrer Dokumentation “Kandidat Steinmeier” als lieben Kümmerer mit bezauberndem Grübchenlächeln porträtiert. Vielleicht ist er ja wirklich so: Der nette, freundliche Frank, der gerne die Kärrnerarbeit macht. Für Schröder. Für Merkel. Für Deutschland. Für die EU. (weiterlesen…)

Der Deutschlandplan: Was Steinmeier sagt

Montag, 03. August 2009 von Frank Müller

“Der reinen Verzweiflung geschuldet”, “keine Chancen, Kanzler zu werden”, “Luftnummer”, “vernebelt eine sachliche Diskussion”: Man kann nicht gerade sagen, dass SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier mit der Ankündigung seines Deutschlandplans heute eine gute Presse gehabt hätte. Wir wiederum hatten heute in der Morgenkonferenz als Gast Münchens SPD-Oberbürgermeister Christian Ude zu Gast, der unsere eigene Berichterstattung zu Steinmeier als “fair” bezeichnete. Heißt das übersetzt in Journalistensprache: Sie war zu lasch? Darüber müssen wir noch nachdenken.

In der Zwischenzeit, das schadet ja nie, ein bisschen O-Ton. Steinmeiers Konzept, über das alle sprechen, im Original zum Nachlesen. Heute ab 17 Uhr stellt er seinen Deutschlandplan bekanntlich in Berlin vor.

Land unter im Norden

Donnerstag, 16. Juli 2009 von Markus Jox

Markus Jox schreibt:

Sieh einer an, diese Nordlichter! Während wir uns hier unten im Süden an jedem kleinen (und immmer folgenlosen) Rülpser der Christsozialen in Richtung ihrer großen Schwesterpartei abarbeiten, schaffen die Christdemokraten in Schleswig-Holstein eiskalt Fakten. Ausgerechnet der bärig-bärtige Peter Harry Carstensen, von dem man südlich des Weißwurstäquators eigentlich nur in Erinnerung hat, dass er einmal via Boulevardzeitung eine Frau gesucht hat, setzt sich entspannt und bestens gebräunt vor die Fernsehkameras und lässt die große Koalition mit den Sozis platzen. Peng. (weiterlesen…)

Warum die Atomkraft nie zum Wahlkampfthema wird

Mittwoch, 15. Juli 2009 von Frank Müller

Frank Müller schreibt:

Neulich hatten wir Jürgen Trittin zu Gast in der Redaktion und sprachen ihn darauf an, ob die Grünen eigentlich ausreichend auf einen Finanzkrisenwahlkampf eingestellt seien. Denn die Gefahr aus Grünen-Sicht bestehe doch, dass vom jetzt kursierenden Atomthema in ein paar Wochen nichts mehr übrig sei. Da entfuhr dem Grünen-Spitzenkandidaten unwillkürlich ein leises “stimmt”. Und für den Rest des Gesprächs war von der Kernkraft nicht mehr viel die Rede. (weiterlesen…)

Kein Gesicht zeigen!

Donnerstag, 02. Juli 2009 von Annette Zoch

Annette Zoch schreibt:

Nach den teilweise heftigen Debatten über die Ansehnlichkeit von Politikern in diesem Blog bauen einige Abgeordneten-Kollegen im Bundestagswahlkampf offenbar vor. Der neue Plakatetrend heißt: Besser kein Gesicht zeigen!

singhammerPosselts CSU-Kollege Johannes Singhammer erfreut München derzeit mit einem hübschen Bilderrätsel: Ein paar Noten, ein Hammer, naa, naa, hihi, wer wird hier wohl gemeint sein? Um die teuren Plakate nicht ganz am verwirrten Wahlvolk vorbei gedruckt zu haben, steht der Name aber zur Sicherheit nochmal da.

Was ließen sich da für lustige Rätsel-Plakate basteln! Zum Beispiel: eine Kuh, ein Ast, dazwischen ein N und noch zwei Punkte - naa? Oder: Ei-Wanger! Tritt-I(h)n! Der ganze Wahlkampf ein einziger Ratespaß! (weiterlesen…)

Der Sound von Peter Struck

Mittwoch, 01. Juli 2009 von Frank Müller

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Frank Müller schreibt:

Als Joschka Fischer sich aus der ersten Reihe verabschiedete, meinte er, mit ihm verlasse „der letzte Live-Rock’n'Roller” die deutsche Politik.  “Jetzt kommt in allen Parteien die Playback-Generation.”

Dieses Bild liefert den Gegenbeweis: Es ist noch mindestens ein echter Rocker übrig geblieben: Peter Struck. (weiterlesen…)

Wie die SPD “Sorry” sagen könnte

Dienstag, 09. Juni 2009 von Frank Müller

Hierauf müssen wir schnell hinweisen: Sehr lustige Satire von Kaliban auf die Wählerbeschimpfung der SPD.

Bayern-SPD: Das Prinzip der untersten Schublade

Montag, 08. Juni 2009 von Frank Müller

Frank Müller schreibt:

Ich weiß gar nicht, wie oft ich nach Wahlergebnissen über die Bayern-SPD schon den Satz geschrieben habe: “Sie landete auf einem neuen Tiefpunkt.” Jetzt ist es wieder mal soweit: 12,9 Prozent in Bayern bei der Europawahl. Man behilft sich mit Spott (”immerhin deutlich im zweistelligen Bereich”), schüttelt den Kopf und richtet den Blick nach vorne. Und nach unten. (weiterlesen…)

Die Qual der Wahl

Samstag, 06. Juni 2009 von Markus Jox

Markus Jox schreibt:

Gerade eben hat mir eine Münchner Freundin im Facebook-Chat die Gretchen-Frage für einen Politikredakteur gestellt: “Was würdest du mir raten zu wählen morgen? Du hast drei Sekunden Zeit.” “Puh”, hab ich da geantwortet und sie, um kostbare Zeit zum Überlegen zu gewinnen, erst mal ganz politisch korrekt darauf hingewiesen, dass es am Allerwichtigsten sei, überhaupt wählen zu gehen. Das hat mir schon mein Sozialkundelehrer in der Mittelstufe erfolgreich eingetrichtert. Die Freundin wiederum, eine kluge, witzige Frau, brachte ihr Dilemma in Twitter-Tweet-Länge knackig auf den Punkt: “Mein Herz schlägt grün, aber mein Gehaltszettel sagt FDP.”

Was aber soll ich ihr guten Gewissens raten? (weiterlesen…)

Sozialdemokraten sind…: Eine “Spargelfahrt” und zehn Wahrheiten

Mittwoch, 27. Mai 2009 von Frank Müller

Markus Jox schreibt:

Der Rechte will Kanzler werden, die Linke ist schon Königin: Frank-Walter Steinmeier mit Spargelkönigin Karolin.

Der Rechte will Kanzler werden, die Linke ist schon Königin: Frank-Walter Steinmeier mit Spargelkönigin Karolin.

Die Spargelfahrt des Seeheimer-Kreises ist ein Höhepunkt im Feierkalender des politischen Berlin, vor allem aber der SPD. Am Dienstag schipperte die MS Paloma zum 48. Mal über den Wannsee. Natürlich hielten die Granden wieder wahnsinnig politische Reden, natürlich wurde jede Menge Vertrauliches getratscht, und natürlich waren sehr, sehr viele Lobbyisten am Start. Aber auch darüber hinaus ist die Spargelfahrt eine gute Gelegenheit, die SPD mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Zehn eher unpolitische Beobachtungen am Rande…

1. Sozialdemokraten leben ungesund: Kaum hat die MS Paloma abgelegt, stürmen die ersten Raucher an Deck, um ihrer Lieblingssucht nachzugehen. Während Finanzminister Steinbrück mächtig unter Zigarillo-Dampf steht, bevorzugt Kanzlerkandidat Steinmeier die Zigarretten-Marke “West”. Und die beiden sind lange nicht die einzigen Raucher unter den Spitzen-Genossen. (weiterlesen…)

War noch was?

Montag, 25. Mai 2009 von Frank Müller

Wir klicken wieder kurz zurück auf die vergangene Woche: Annette Zochs satirischer Wochenrückblick als Audio-Slideshow in 1.42 Minuten ist hier zu sehen und zu hören. Viel Spaß!

Franz, äh Frank, äh…

Dienstag, 19. Mai 2009 von Annette Zoch

Annette Zoch schreibt:

Kajo Wasserhövel ist der falsche Franz schon mal rausgerutscht, jetzt hat auch die Münchner SPD den Namen ihres Kanzlerkandidaten irgendwie verhunzt: “Franz-Walter Steinmeier im Festzelt Trudering” heißt es heute in der E-Mail-Betreffzeile. (weiterlesen…)

Das Maget-Dilemma

Freitag, 08. Mai 2009 von Frank Müller

Frank Müller schreibt:

Um ein bisschen auszuholen: Ich war gerade hoffnungsvoller Nachwuchsreporter und trieb mich im Münchner Rathaus umher, als man dort den Namen Franz Maget immer häufiger hörte. Das war Ende der Achtziger, damals war er Vorsitzender der Münchner Arbeiterwohlfahrt.

Er nahm das sehr ernst, die Reporter nicht ganz so. Dass man mit Maget rechnen musste, wurde erst später klar: (weiterlesen…)