Finanzminister müssen harte Hunde sein, sonst nimmt sie keiner ernst. So macht auch Wolfgang Schäuble derzeit relativ nahtlos dort weiter, wo Peer Steinbrück aufgehört hatte. Was man aber dennoch vermisst am Kabinettstisch, ist der böse Witz, das terrierhafte Zubeißen, das den Finanzminister der großen Koalition ausgezeichnet hatte. Am Freitag setzte sich Steinbrücks Rückzug auf Raten fort. Zum Auftakt des dreitägigen Dresdner Krisenparteitag der SPD gab der 62-jährige Hamburger das Amt des Parteivizes auf und ist damit nur noch einfacher Bundestagsabgeordneter.
Das schmälert einerseits den Unterhaltungswert der Politik, andererseits erspart es Deutschland künftig womöglich diplomatische Krisen wie die mit der Schweiz im Frühjahr. Im Streit um Steueroasen hatte Steinbrück dem Land mit der Kavallerie gedroht und an das Schicksal der Indianer erinnert.
Und während die SPD-Delegierten am Sonntag Erhard Eppler und Sigmar Gabriel lauschen, genießt Steinbrück seine neue Freiheit ebenso demonstrativ wie schrullig: Er hält in München die Laudatio auf Waldemar Hartmann, der von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla den Sigi-Sommer-Taler bekommt. Steinbrück hätte ihn auch verdient. Die SPD werde es ihm sicher verzeihen, wenn er die Ereignisse des Sonntags auf dem Parteitag nur aus der Ferne wahrnehme, meint er im Interview hintersinnig.
Mit ‘SPD’ getaggte Artikel
Steinbrück macht jetzt Spaß in München
Donnerstag, 12. November 2009 von Frank MüllerO weh, SPD!
Mittwoch, 30. September 2009 von Markus JoxSo langsam bekomme ich Mitleid mit der SPD. Will nicht mehr dauernd von “Machtkampf”, “Hauen und Stechen”, “Grabenkämpfen” bei den Genossen schreiben müssen. Irgendwann hat man das selbst als politischer Journalist satt. Die anderen Parteien, ja, die könnten ruhig mal ein bisschen Abwechslung an der Spitze gebrauchen. Bei der CDU sitzt Mutti Merkel gluckenfest im Sattel, die FDP hat sowieso nur Guido - und bei den Grünen halten die Trittinrothkünastkuhn-Apparatschiks selbstverständlich an der Macht fest, obwohl sie ihr Wahlziel ”drittstärkste Kraft” krass verfehlt haben. (weiterlesen…)
Phantom-Mitglieder bei Bayern-SPD?
Dienstag, 29. September 2009 von Annette ZochEs ist nicht leicht, in diesen Tagen Generalsekretärin der bayerischen SPD zu sein. Aber Natascha Kohnen gibt unverdrossen und tapfer Interviews. Sie forderte jetzt den Generationenwechsel, machbar sei der mit der “neue Generation” in der BayernSPD: “Florian Pronold, Thomas Bayer und Anette Kahl”. So die Meldung der Nachrichtenagentur ddp. (weiterlesen…)
Busen und Po…
Dienstag, 11. August 2009 von Annette ZochVermutlich hat Vera Lengsfeld gestern Abend gleich noch einen Extra-Schwung tief ausgeschnittener Tops gekauft, für jeden Wahlkampftag eines, jedenfalls tauchte das Berliner Plakatluder heute auf beinahe jedem Pressefoto mit dem berühmt gewordenen Oslo-Buseneinblick auf. (weiterlesen…)
Der liebe Kandidat
Dienstag, 04. August 2009 von Markus JoxMarkus Jox schreibt:
Es war ein sehr freundlicher, aber irgendwie auch vergifteter Film, den das ZDF heute Abend über Frank-Walter Steinmeier ausgestrahlt hat. Claus Richter und Ulf-Jensen Röller haben den Kanzlerkandidaten der SPD in ihrer Dokumentation “Kandidat Steinmeier” als lieben Kümmerer mit bezauberndem Grübchenlächeln porträtiert. Vielleicht ist er ja wirklich so: Der nette, freundliche Frank, der gerne die Kärrnerarbeit macht. Für Schröder. Für Merkel. Für Deutschland. Für die EU. (weiterlesen…)
Der Deutschlandplan: Was Steinmeier sagt
Montag, 03. August 2009 von Frank Müller“Der reinen Verzweiflung geschuldet”, “keine Chancen, Kanzler zu werden”, “Luftnummer”, “vernebelt eine sachliche Diskussion”: Man kann nicht gerade sagen, dass SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier mit der Ankündigung seines Deutschlandplans heute eine gute Presse gehabt hätte. Wir wiederum hatten heute in der Morgenkonferenz als Gast Münchens SPD-Oberbürgermeister Christian Ude zu Gast, der unsere eigene Berichterstattung zu Steinmeier als “fair” bezeichnete. Heißt das übersetzt in Journalistensprache: Sie war zu lasch? Darüber müssen wir noch nachdenken.
In der Zwischenzeit, das schadet ja nie, ein bisschen O-Ton. Steinmeiers Konzept, über das alle sprechen, im Original zum Nachlesen. Heute ab 17 Uhr stellt er seinen Deutschlandplan bekanntlich in Berlin vor.
Land unter im Norden
Donnerstag, 16. Juli 2009 von Markus JoxMarkus Jox schreibt:
Sieh einer an, diese Nordlichter! Während wir uns hier unten im Süden an jedem kleinen (und immmer folgenlosen) Rülpser der Christsozialen in Richtung ihrer großen Schwesterpartei abarbeiten, schaffen die Christdemokraten in Schleswig-Holstein eiskalt Fakten. Ausgerechnet der bärig-bärtige Peter Harry Carstensen, von dem man südlich des Weißwurstäquators eigentlich nur in Erinnerung hat, dass er einmal via Boulevardzeitung eine Frau gesucht hat, setzt sich entspannt und bestens gebräunt vor die Fernsehkameras und lässt die große Koalition mit den Sozis platzen. Peng. (weiterlesen…)
Kein Gesicht zeigen!
Donnerstag, 02. Juli 2009 von Annette ZochAnnette Zoch schreibt:
Nach den teilweise heftigen Debatten über die Ansehnlichkeit von Politikern in diesem Blog bauen einige Abgeordneten-Kollegen im Bundestagswahlkampf offenbar vor. Der neue Plakatetrend heißt: Besser kein Gesicht zeigen!
Posselts CSU-Kollege Johannes Singhammer erfreut München derzeit mit einem hübschen Bilderrätsel: Ein paar Noten, ein Hammer, naa, naa, hihi, wer wird hier wohl gemeint sein? Um die teuren Plakate nicht ganz am verwirrten Wahlvolk vorbei gedruckt zu haben, steht der Name aber zur Sicherheit nochmal da.
Was ließen sich da für lustige Rätsel-Plakate basteln! Zum Beispiel: eine Kuh, ein Ast, dazwischen ein N und noch zwei Punkte - naa? Oder: Ei-Wanger! Tritt-I(h)n! Der ganze Wahlkampf ein einziger Ratespaß! (weiterlesen…)
Der Sound von Peter Struck
Mittwoch, 01. Juli 2009 von Frank Müller
Frank Müller schreibt:
Als Joschka Fischer sich aus der ersten Reihe verabschiedete, meinte er, mit ihm verlasse „der letzte Live-Rock’n'Roller” die deutsche Politik. “Jetzt kommt in allen Parteien die Playback-Generation.”
Dieses Bild liefert den Gegenbeweis: Es ist noch mindestens ein echter Rocker übrig geblieben: Peter Struck. (weiterlesen…)
Wie die SPD “Sorry” sagen könnte
Dienstag, 09. Juni 2009 von Frank MüllerHierauf müssen wir schnell hinweisen: Sehr lustige Satire von Kaliban auf die Wählerbeschimpfung der SPD.
Die Qual der Wahl
Samstag, 06. Juni 2009 von Markus JoxMarkus Jox schreibt:
Gerade eben hat mir eine Münchner Freundin im Facebook-Chat die Gretchen-Frage für einen Politikredakteur gestellt: “Was würdest du mir raten zu wählen morgen? Du hast drei Sekunden Zeit.” “Puh”, hab ich da geantwortet und sie, um kostbare Zeit zum Überlegen zu gewinnen, erst mal ganz politisch korrekt darauf hingewiesen, dass es am Allerwichtigsten sei, überhaupt wählen zu gehen. Das hat mir schon mein Sozialkundelehrer in der Mittelstufe erfolgreich eingetrichtert. Die Freundin wiederum, eine kluge, witzige Frau, brachte ihr Dilemma in Twitter-Tweet-Länge knackig auf den Punkt: “Mein Herz schlägt grün, aber mein Gehaltszettel sagt FDP.”
Was aber soll ich ihr guten Gewissens raten? (weiterlesen…)
War noch was?
Montag, 25. Mai 2009 von Frank MüllerWir klicken wieder kurz zurück auf die vergangene Woche: Annette Zochs satirischer Wochenrückblick als Audio-Slideshow in 1.42 Minuten ist hier zu sehen und zu hören. Viel Spaß!
Franz, äh Frank, äh…
Dienstag, 19. Mai 2009 von Annette ZochAnnette Zoch schreibt:
Kajo Wasserhövel ist der falsche Franz schon mal rausgerutscht, jetzt hat auch die Münchner SPD den Namen ihres Kanzlerkandidaten irgendwie verhunzt: “Franz-Walter Steinmeier im Festzelt Trudering” heißt es heute in der E-Mail-Betreffzeile. (weiterlesen…)
Das Maget-Dilemma
Freitag, 08. Mai 2009 von Frank MüllerFrank Müller schreibt:
Um ein bisschen auszuholen: Ich war gerade hoffnungsvoller Nachwuchsreporter und trieb mich im Münchner Rathaus umher, als man dort den Namen Franz Maget immer häufiger hörte. Das war Ende der Achtziger, damals war er Vorsitzender der Münchner Arbeiterwohlfahrt.
Er nahm das sehr ernst, die Reporter nicht ganz so. Dass man mit Maget rechnen musste, wurde erst später klar: (weiterlesen…)




