Mit ‘Westerwelle’ getaggte Artikel

Darauf ein Pils!

Montag, 26. Oktober 2009 von Annette Zoch

Es ist soweit. Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag ist unterzeichnet. Die Regierung steht. Da kann man nach all den Nächten der Verhandlungen, nach all dem Wahlkampf, nach all dem Stress ruhig auch mal ein bisschen feiern.

Wir erinnern uns: 1998, als die erste rot-grüne Bundesregierung an die Macht kam, prosteten sich Gerhard Schröder, Joschka Fischer und Oskar Lafontaine mit Champagner zu. Lachen ausgelassen, biegen sich geradezu vor Lachen, versprühen Testosteron, triumphieren. Yes we can!

2005 die große Koalition. Ein Zwangsgebilde. Merkel ist nur mit Ach und Krach Kanzlerin geworden, mitten in den Koalitionsverhandlungen tritt auch noch Müntefering als SPD-Chef zurück. Da gab’s nur Mineralwasser, kein Wunder. So richtig zum Feiern war niemandem zumute.

Und jetzt, 2009, nach vier Jahren Kanzlerschaft, steht Angela Merkel an der Spitze einer schwarz-gelben Koalition. Sehnt sich aber vermutlich insgeheim in die gemütliche Partnerschaft mit der SPD zurück. Und was gibt’s zu trinken? Nun, Merkel nimmt ein Schlückchen Wein. Bloß nicht zu überschäumend, bloß kein Sekt oder sonstwas Spritziges. Guido Westerwelle und Horst Seehofer, die neuen Duz-Freunde, gönnen sich ein kleines Pils.

Was das heißt? Vielerlei. Guido Westerwelle signalisiert damit: “Schaut mal, ich trinke dasselbe wie die Männer in Trainingshosen am Büdchen in Gelsenkirchen. Ich bin gar nicht so ein neoliberaler Eisklotz.”

Seehofer signalisiert: “Das Reagenzglas, das habe ich als gestandner Oberbayer ja mit einem Schluck leergemacht. Pass auf Guido, dasselbe mach ich auch noch mit Dir, gell!”

Und Angela signalisiert: “In der Krise, da müssen wir uns auch mal mit einem kleinen Getränk zufrieden geben.”

Na denn, Prost.

Schnellkurs in Gelb

Dienstag, 29. September 2009 von Annette Zoch

westerwelle2An dieser Stelle empfehlen wir zur Lektüre den hervorragenden “Schnellkurs in Gelb” des AZ-Kulturchefs Volker Isfort.

Das neue Regierungsbündnis schafft auch ein neues Lebensgefühl.
Von Humor über Sex bis zu Musik: die besten Tipps zum Überleben in der neuen Guido-Republik. Nachzulesen hier.

Se New Außenminister

Montag, 28. September 2009 von Annette Zoch

Guido Westerwelle sei manchmal noch anzumerken, welchen Respekt er vor der Außenpolitik habe, schreibt der dpa-Korrespondent. Dabei hat er sich eingelesen, in den vergangenen Jahren sein Englisch verbessert. Die Frage eines BBC-Korrespondenten wollte er am Montag dennoch nicht auf Englisch beantworten. “Wir sind hier in Deutschland”, wies er ihn barsch zurück.

Ob’s auch an diesem Video lag, was seit kurzem durchs Netz geistert?

Da antwortet er einem jungen Journalisten ganz tapfer auf seine Frage, spricht über “de dynamic of se society”. “We gott today se new unemployment rates”, sagt Guido. “When I listen to se government and I hear eleven percent unemployment rate, and the aufschwung ist da. Sis is not ambitious enough.”

Aber grämen Sie sich nicht Herr Westerwelle. An der Aussprache kann man ja noch feilen. Und außerdem befinden Sie sich in guter Gesellschaft.

Wahlkampf-Lyrik (VI)

Montag, 21. September 2009 von Frank Müller

Es ist die Zeichentrick-Szene, über die wir alle schon tausend Mal gelacht haben: Draußen im Wohnzimmer sitzt jemand im Sessel und möchte erkennbar nichts als seine Ruhe. Und drinnen in der Küche flitzt jemand hin und her und behellingt den Ruhebedürftigen mit der ständigen Frage, was er jetzt als nächstes machen will. Von Loriot stammt dieser Klassiker, die Grünen haben ihn als Wahlkampfspot entliehen. Merkel sitzt im Wohnzimmersessel, Westerwelle rotiert in der Küche. Und das klingt dann so: Westerwelle: „Ich meine nur, es könnte Deutschland ja nicht schaden, wenn Du mal was Bestimmtes vorhaben würdest.” Merkel: „Aber ich möchte jetzt gar nichts vorhaben. Ich möchte einfach nur hier sitzen.” Szenen einer (schwarz-gelben) Ehe.

Wahlkampf-Accessoires II

Dienstag, 08. September 2009 von Annette Zoch

Heute: Die Bratwurst.

wurst5Drei im Weckla, Thüringer, Bauernseufzer: Vor allem in Wahlkampfzeiten greifen Politiker gerne zur Bratwurst. “Jetzt geht’s um die Wurst”, signalisieren sie damit. Die deutsche Wurst steht für Bodenständigkeit und Beschränkung auf das Wesentliche (Brät, Gewürz, Darm, fertig). Die deutsche Wurst  ist nahrhaft und wappnet für künftige Schlachten in der Politik. Die deutsche Wurst ist wie der deutsche Politiker: Regional höchst verschieden, manche sind ein bisschen fett, manche sind grob, manche sind fein, manche verursachen Blähungen und manche geben gerne Senf dazu.

FDP ist voll ok!

Samstag, 09. Mai 2009 von Markus Jox

extradrei

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Markus Jox schreibt:

Oh Gott! Nicht wenige Grüne erschrecken heute auf ihrem Parteitag im Berliner Velodrom und werden kreidebleich, wenn sie auf dem Weg zum Biocatering (oder zum Rauchen) unvermittelt einen - horribile dictu - FDP-Stand erblicken - und von einem lebensgroßen Papp-Westerwelle angegrinst werden. “FDP ist voll o.k.!” schreit ein Slogan von einem Plakat, auf dem die grüne doch tatsächlich die verhasste gelbe Hand ergreift. “Macht mit. gelb-grüne Initiative für Machtperspektiven”, lockt der Stand, der selbstredend nicht von den weitgehend ironieresistenten Parteien selbst, sondern von einem Team der NDR-Sendung extradrei aufgebaut wurde. Moderator Tobi Schlegl interviewt dort die grüne Basis und lässt die gestrengen Ökos anhand hohler Wahlkampffloskeln raten, welcher Satz denn wohl von Grünen-Chef Cem Özdemir und welcher von Westerwelle stammt. Dummerweise hört sich beider Rhetorik mitunter sehr, sehr ähnlich an… (weiterlesen…)